


Mit dem Erscheinen des 4. Sachstandsberichtes des UN-Weltklimarats (IPCC) im Frühjahr 2007 ist der Klimawandel als Fakt wieder im Bewusstsein der Menschen angekommen. Der IPCC-Bericht fasst die gesamte wissenschaftliche Forschung zum Thema Klimawandel aus den letzten Jahren zusammen. Aus ihm geht klar hervor, dass der zurzeit stattfindende Klimawandel mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine Folge menschlicher Aktivitäten ist.
Hauptsächliche Ursache ist die seit Beginn der Industrialisierung ansteigende Konzentration sogenannter Treibhausgase in der Atmosphäre. Die wichtigsten sind Kohlenstoffdioxid, Methan, Distickstoffoxid und Wasserdampf. Diese Gase nehmen die von der Erdoberfläche abgegebene Wärmestrahlung auf und bewirken somit einen Temperaturanstieg der unteren Luftschichten. Dieser sogenannte Treibhauseffekt ist grundsätzlich für das Leben auf der Erde extrem wichtig, denn er bewirkt in seiner natürlichen Form eine Temperaturerhöhung um 33°C. Das ist der Grund, weswegen wir auf der Erde eine Durchschnittstemperatur von 15°C und komfortable Lebensbedingungen vorfinden.
Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, Brandrodung und die Intensivierung der Landwirtschaft hat der Mensch mit Beginn der Industrialisierung die Konzentration insbesondere von Kohlenstoffdioxid, Methan und Distickstoffoxid in der Atmosphäre stetig erhöht. Das hat zur Folge, dass mehr Wärmestrahlung aufgenommen wird und somit die Temperatur am Erdboden ansteigt. Bisher hat man einen Anstieg der globalen Mitteltemperatur von 0.7°C von 1905 bis 2005 beobachten können. Wie stark dieser Temperaturanstieg in den nächsten Jahren sein wird, hängt von vielen Faktoren ab. Der größte Unsicherheitsfaktor ist dabei der Mensch selbst. Abhängig davon wie viele Treibhausgase die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten produzieren wird, geht der IPCC-Bericht von einem Anstieg der Temperatur von 1.5 bis 4.5°C aus.
Die Folgen dieser globalen Erhitzung sind Vielfältig. Man beobachtet zum Beispiel einen Rückgang der Gletscher in den Alpen und einen Anstieg des Meeresspiegels. Durch eine Ausbreitung der Wüsten ist auch mit Nahrungs- und vor allem Wasserknappheit zu rechnen. Tiere werden in Folge der Verschiebung von Ökosystemen dazu gezwungen in einen neuen Lebensraum zu ziehen. Dies ist, insbesondere im dicht besiedeltem Europa, problematisch, da vor allem große Straßen die Wanderbewegungen stark einschränken. Das kann zur Folge haben, dass viele Tierarten aussterben.
Um den Temperaturanstieg auf 2 °C zu begrenzen (dieser Wert gilt als gerade noch kalkulierbar) müssen die Treibhausgasemissionen stark reduziert werden. Um dies zu erreichen arbeiten die Regierungen an Vereinbarungen wie z.B. dem Kyotoprotokoll, welche verbindliche Reduktionsziele vorgeben. Die Verhandlungen für das Post-Kyoto-Protokoll (also das nachfolgende) finden bis Ende 2009 statt. Allerdings dauert es bekanntlich sehr lange, bis sich alle auf gemeinsame verbindliche Vereinbarungen geeinigt haben.
Wichtige Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase sind der Ausbau von Erneuerbaren Energien, keine radikale Abholzung von Wäldern, nachhaltige Ressourcennutzung und Reduzierung des Verkehrs. Doch auch jede und jeder Einzelne kann zum Klimaschutz beitragen. Durch Energiesparmaßnahmen im Alltag, Wechsel zu Ökostromanbietern, bewusstem Konsum und weniger Fleischverzehr kann man die eigenen Treibhausgasemissionen reduzieren und Druck auf Industrie und Politik ausüben.
Ganz wichtig: Durch unser Verhalten können wir unsere Zukunft mitbestimmen!